Gebäude in der Milchstraße wird dafür eingerichtet

Coronakrise: Stadt trifft Vorsorge für Obdachlose

Die Stadt Oldenburg wird im Gebäude Milchstraße 6 eine Notunterkunft für Obdachlose einrichten, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben. „Wir können dort bis zu neun Personen eine individuelle Wohnmöglichkeit in Einzelzimmern bieten. Der Aufenthalt setzt einen Quarantänebescheid durch das Gesundheitsamt voraus und soll im Regelfall 14 Tage nicht überschreiten. In dieser Zeit haben die Bewohner einen persönlichen Wohnraum sowie gemeinschaftliche sanitäre Objekte und Waschgelegenheiten. Damit werden diese Menschen in die Lage versetzt, die Quarantäneauflagen zum ausschließlichen Verbleib in einem häuslichen Umfeld zu erfüllen“, sagt Sozialdezernentin Dagmar Sachse.

Geschützter Bereich wichtig

Sachse ist es sehr wichtig, diese Menschen in der aktuellen Gefährdungssituation mit dem Virus SARS-CoV-2 besonders in den Blick zu nehmen, denn sie haben im Falle eines Kontaktes mit einer infizierten Person schlicht keine Möglichkeit, sich in einen geschützten Bereich zurückzuziehen. „Selbstverständlich müssen die Personen die vorgesehenen Sicherheits- und Schutzbestimmungen konsequent einhalten, also auch innerhalb des Gebäudes den Mindestabstand zu anderen Personen. Das ist in anderen Haushaltsgemeinschaften genauso geregelt“, ergänzt Dr. Holger Petermann. Er weist aber nachdrücklich darauf hin, dass alle Personen im Gebäude Milchstraße einen Mundschutz tragen sollen, auch die eingesetzten Betreuungskräfte. Tatsächlich erkrankte Personen würden im Krankenhaus untergebracht werden.

Zunächst Nutzung für drei Monate geplant

„Ich gehe zurzeit nur von einer vorübergehenden Nutzung während der aktuellen Corona-Krise aus“, betont Dagmar Sachse. Daher werde zunächst ein Zeitraum von drei Monaten eingeplant. Das Gebäude ist bereits gereinigt und auf seine technische Funktionsfähigkeit hin geprüft worden. Am Montag, 6. April 2020, erfolgte eine behelfsmäßige Möblierung aus Beständen der Stadt.

„In normalen Zeiten hätten wir selbstverständlich eine frühzeitige Beteiligung der Nachbarschaft vorgenommen, so, wie wir es ja auch damals bei der Umwidmung zu Wohnraum für Flüchtlinge getan haben“, erläutert Dagmar Sachse. Sachse bittet jedoch um Verständnis dafür, dass es für sie von höchster Priorität war, für diese Problemlage sehr schnell eine Lösung zu finden, die eine Ausbreitung des Virus SARS-CoV-2 im Kreis der Obdachlosen und damit möglicherweise auch im Stadtgebiet verhindern soll. „Wir müssen alles tun, um die Menschen in unserer Stadt so weit wie möglich zu schützen, alle“, fasst sie ihren Standpunkt zusammen.